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TCF 2.0 kurz erklärt – die wichtigsten Neuerungen im Blick

Knowledge Hub Knowledge TCF 2.0 kurz erklärt – die wichtigsten Neuerungen im Blick

Jetzt wird’s ernst! Das TCF 2.0 steht kurz vor seiner Einführung (Stichtag 29. Juni). Was das für Publisher, Advertiser oder Agenturen genau bedeutet und worauf sie achten müssen, erklären wir hier.

TCF 2.0 – mehr Klarheit, mehr Datenschutz  

Das TCF 2.0 ist die überarbeitete Version des ursprünglichen „GDPR Transparency and Consent Frameworks (TCF)“, das im März 2018 vom Branchenverband International Advertising Bureau (IAB) Europe in Version 1.1 gelauncht wurde.  

Das TCF bietet eine technische Standard-Infrastruktur für die Abfrage und Übermittlung der Nutzereinwilligung zwischen Publishern, Advertisern, Verlagen und ihren Technologiepartnern.  

Ziel dieses Frameworks ist es, zu standardisieren, wie Unternehmen – Publisher, Advertiser und Agenturen, aber auch AdTech-Anbieter,- weiterhin programmatische Werbung ausspielen können, ohne dabei gegen die DSGVO zu verstoßen.

Denn wer auf seiner Webseite DSGVO-konform Nutzerdaten sammeln und verwerten möchte, muss seine Nutzer nicht nur darüber informieren, wie und wofür diese verwendet werden, sondern auch deren Einwilligung für die Nutzung zu bestimmten Zwecken der Daten einholen.

Warum ohne CMP bald nichts mehr geht

Zahlreiche essentielle Player und Technologieanbieter der AdTech Landschaft haben sich bereits verpflichtet, dieses Framework zu unterstützen. Allen voran Google, aber z.B. auch Criteo, Xandr, Adition, Quantcast, Taboola, MediaMath, etc.

Das bedeutet: Viele Vendoren unterstützen in Zukunft keine Werbung mehr, bei der kein zugehöriger  IAB Transparency & Consent String (TC String)  über die CMP der Webseite abgefragt werden kann. Ohne diesen TC String kann der Vendor nämlich nicht sicher gehen, dass eine Rechtsgrundlage für das Ausspielen von Werbung vorliegt. Ein Vorgehen, das sich voraussichtlich bei immer mehr Vendoren durchsetzen wird.  

Die CMP als Bindeglied zwischen Vendor und Publisher  

Was das für Publisher und Advertiser konkret bedeutet? Wer über Vendoren, die sich dem TCF 2.0 angeschlossen haben, Werbung ausspielen möchte, kann dies nur noch mit Übermittlung der Nutzereinwilligung in Form eines TC Strings tun. Wichtig zu wissen: Dieser TC String kann nur über eine IAB zertifizierte Consent Management Platform (CMP) generiert werden. 

Wer also weiterhin die Daten seiner Webseitenbesucher zu Werbezwecken nutzen möchte, kommt um eine IAB-zertifizierte CMP nicht herum. 

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Sie wollen mehr über das IAB Framework erfahren? Weitere Infos und Hintergründe zum TCF finden Sie in unserem Artikel „Verstehen Sie das IAB Framework in 15 Minuten (oder weniger!)„. 

 

FAQ

Ab wann gilt das TCF 2.0?

Am 31. März 2020 wird die erste Version des “GDPR Transparency and Consent Framework (TCF)” des IAB Europe offiziell durch das TCF 2.0 ersetzt. Ab Q2/2020 plant beispielsweise auch Google die Version 2.0 einzubinden

Aber keine Panik: Um Vendoren genug Zeit zu geben, das neue Framework zu implementieren, wird das TCF 1.1. laut IAB Europe auch in den nächsten Monaten – bis zum 30. Juni 2020 – weiter unterstützt. Richtig ernst wird es also erst zum Ende Q2/2020, wenn das TCF 1.1 komplett ersetzt wird. 

Welche Vorteile bietet das TCF 2.0?

Für Publisher: 

Publisher erhalten durch das TCF 2.0 mehr Kontrolle und Flexibilität hinsichtlich der Integration und Zusammenarbeit mit ihren Technologiepartnern. Dank der neuen Publisher-Funktionalität können sie die Zwecke, für die personenbezogene Daten von Anbietern auf der Website eines Publishers verarbeitet werden, pro Anbieter einschränken.

Für Nutzer: 

Mit TCF 2.0 können Nutzer ihre Einwilligung erteilen oder verweigern und von ihrem Widerspruchsrecht gegen die Verarbeitung ihrer Daten Gebrauch machen. Die Nutzer erhalten außerdem mehr Kontrolle darüber, ob und wie Anbieter bestimmte Funktionen der Datenverarbeitung verwenden dürfen, z. B. bei der Verwendung einer präzisen Geolokalisierung.

Was ist neu am TCF 2.0? Bzw. was hat sich geändert zur Vorversion?

Die wichtigsten Änderungen im Überblick:

Stärkerer Fokus auf „legitime Interesse“: Vendoren können sich für bestimmte Verwendungszwecke (“Purposes”) auf ihr “legitimes Interesse” berufen. Der Nutzer hat nun die Möglichkeit dem zu widersprechen. 

Mehr Verwendungszwecke (“Purposes”): Die Anzahl der “Purposes” für die Verarbeitung der Tracking-Daten wurde von fünf auf zehn erweitert.  

Special Purposes: Es gibt zwei Verwendungszwecke, denen Nutzer u.a. aus Sicherheitsgründen nicht widersprechen können.

Special Features: Bestimmte Features benötigen von nun an einen eigenen Opt-In, z.B. die Nutzung von Geolocation-Daten.

Technische Hinweise für Mobile: Die neue Version enthält konkrete Infos zur standardisierten Speicherung von Cookie Consent in Apps.

Genaue Infos zu allen Purposes und Features finden Sie hier.

Checkliste: Was muss ich als Webseitenbetreiber tun, um mich auf das Transparency and Consent Framework 2.0 vorzubereiten?

Sie haben bereits eine CMP im Einsatz?

✔ Prüfen Sie, ob Ihre CMP IAB-zertifiziert ist. 

Falls ja, finden Sie heraus, ob Ihre CMP bereits TCF 2.0 unterstützt. 

Für den Fall, dass Ihre CMP bisher nur TCF 1.1 unterstützt und sie noch auf TCF 2.0 umsteigen müssen, kontaktieren Sie Ihren CMP-Anbieter, ob dieser die Voraussetzungen hierfür bereits erfüllt. 

Achtung: Die Änderungen in der zweiten Version des TCF sind so umfangreich, dass eine völlig neue Implementierung erforderlich ist. Mit der Liste der neuen Features, Purposes und Stacks und der daraus resultierenden neuen Struktur für den Consent String und einer Reihe anderer Änderungen, kann keines der Updates einer früheren Versionen zugeordnet werden. Und: Nach einer ersten Übergangsphase in Version 2 werden ältere Versionen nicht mehr unterstützt.

Falls nicht, suchen Sie einen Anbieter, dessen CMP IAB-zertifiziert ist. Wie Sie den CMP-Anbieter wechseln und warum dieser Vorgang einfacher ist als erwartet, erfahren Sie hier.  

Sie haben noch keine CMP im Einsatz?

✔ Finden Sie einen geeigneten CMP-Anbieter. Was eine gute CMP ausmacht und wie Sie die richtige CMP für Ihr Unternehmen finden, erfahren Sie in unserem Buyers Guide.

 

 

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