State of Digital Trust 2026
Verbraucher:innen sind bereit, 7 % mehr für Marken zu bezahlen, denen sie beim Umgang mit KI vertrauen.
- 11.000 Verbraucher:innen.
- Sieben Märkte.
- Ein klarer Weckruf für Unternehmen.
Quelle
Sapio Research × Usercentrics, März 2026. ±0.9 % bei einem Konfidenzniveau von 95 %.
Warum Vertrauen 2026 entscheidend ist
Erfahren Sie, was die Ergebnisse der Studie 2026 für Marketingverantwortliche bedeuten und wie Marken, die früh handeln, sich einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil sichern können.
Mehr erfahrenSechs Kapitel. Eine zentrale Erkenntnis.
Die Vertrauensökonomie
Wofür Verbraucher:innen bereit sind, für Transparenz beim Einsatz von KI mehr zu bezahlen und wann sie Marken den Rücken kehren.
KI hat die Spielregeln verändert
Wie aus Bedenken gegenüber KI konkretes Kaufverhalten wurde und warum 2026 einen Wendepunkt gegenüber dem Vorjahr markiert.
Der Wandel bei der Einwilligung
„Alle akzeptieren“ verliert an Bedeutung. Was stattdessen passiert und welche Auswirkungen das für Marketingverantwortliche hat.
Wenn KI auf persönliche Daten zugreift
Wo Verbraucher:innen beim Einsatz agentischer KI Grenzen ziehen und welche Voraussetzungen Unternehmen schon heute schaffen sollten.
Vertrauen im internationalen Vergleich
Ein Ländervergleich: Deutschland, USA, Vereinigtes Königreich, Spanien, Italien, Niederlande und Schweden.
Von der Analyse zur Umsetzung
Ein Diagnosemodell, das T.R.U.S.T.-Framework, und eine Selbstbewertung mit fünf Fragen, um den eigenen Ausgangspunkt zu bestimmen.
Vertrauen im Ländervergleich
Wir sind ein vielfältiges und wachsendes Team von Branchenexpert:innen im Technologiebereich.
Die Vertrauensökonomie
Jahrelang war Vertrauen vor allem ein Wert, über den gesprochen wurde. Es galt als wichtig, ließ sich jedoch kaum messen. Das hat sich geändert.
Im Jahr 2026 zeigt sich Vertrauen ganz konkret in Kundenabwanderung, Markenwechseln und Zahlungsbereitschaft. Verbraucher:innen sagen zudem klar, welche Voraussetzungen dafür erfüllt sein müssen.
Die drei wichtigsten Faktoren haben sich seit dem letztjährigen Bericht nicht verändert:
Neu ist der Einfluss von KI. Weltweit sind inzwischen 52 % der Verbraucher:innen bereit, für transparente KI-Nutzung mehr zu bezahlen. Der durchschnittliche Preisaufschlag liegt bei 7 %. Besonders hoch ist die Zahlungsbereitschaft bei den 18- bis 29-Jährigen. Hier steigt der Wert auf 67 %. Gerade diese Generation wird für Unternehmen künftig immer wichtiger.
Der KI-Aufpreis: Wie viele Verbraucher:innen je Markt bereit sind, mehr zu bezahlen
KI hat die Spielregeln verändert
Aus Bedenken gegenüber KI wird konkretes Handeln.
Fast die Hälfte (47 %) der Verbraucher:innen weltweit hat in den vergangenen sechs Monaten mindestens eine Entscheidung getroffen, die sich direkt auf den Umsatz eines Unternehmens ausgewirkt hat. Dazu gehören Kündigungen, Markenwechsel oder geringere Ausgaben. Ausschlaggebend waren Bedenken darüber, wie Unternehmen ihre Daten im Zusammenhang mit KI nutzen. Diese Reaktionen sind konkret und haben unmittelbare wirtschaftliche Folgen.
Personalisierung ist nicht das Problem. Fehlende Transparenz schon.
71 % der Verbraucher:innen empfinden KI-gestützte Personalisierung als aufdringlich. Für sich betrachtet könnte das den Eindruck vermitteln, Unternehmen sollten Personalisierung reduzieren.
Die Daten zeigen jedoch ein differenzierteres Bild: Unter datenschutzbewussten Verbraucher:innen – also jenen, die Cookie-Banner lesen, ihre Datenschutzrechte kennen und bewusste Einwilligungsentscheidungen treffen – sind 53 % mit personalisierten Erlebnissen einverstanden. Bei Verbraucher:innen mit geringem Datenschutzbewusstsein liegt dieser Anteil dagegen nur bei 19 %.
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Der Wandel bei der Einwilligung
Die Zeit des gedankenlosen „Alle akzeptieren“ geht zu Ende. Damit beginnt ein grundlegender Wandel im Marketing.
Dieses Verhältnis von zwei zu eins zeigt einen grundlegenden Verhaltenswandel, der sich in allen untersuchten Märkten beobachten lässt. Die Consent-Signale, auf denen viele Marketing- und Analyseprozesse basieren, verlieren dadurch zunehmend an Aussagekraft.
Viele Nutzer:innen sind von den zahlreichen Cookie-Bannern erschöpft und klicken möglichst schnell weiter, um auf die eigentlichen Inhalte zuzugreifen.
Datenschutzbewusstsein
Immer mehr Verbraucher:innen öffnen den Link „Weitere Informationen“, beschäftigen sich mit der Verwendung ihrer Daten und treffen bewusstere Entscheidungen.
31 Prozentpunkte
So groß ist der Unterschied bei den „Alle akzeptieren“-Raten zwischen datenschutzbewussten und datenschutzunbewussten Verbraucher:innen. Mit wachsendem Datenschutzbewusstsein wird diese Lücke kleiner. Unternehmen sollten daher nicht davon ausgehen, dass ihre heutigen Einwilligungsraten dauerhaft bestehen bleiben.
Dieser Wert ist seit zwei Jahren unverändert.
Die Systeme, die eigentlich Transparenz schaffen sollen – Cookie-Banner, Datenschutzerklärungen und Hinweise –, erfüllen ihren Zweck oft nicht. Laut NordVPN müsste eine durchschnittliche Person jeden Monat eine ganze Arbeitswoche investieren, um alle Datenschutzerklärungen der besuchten Websites vollständig zu lesen.
Das Problem liegt deshalb nicht bei den Nutzer:innen. Es ist ein Designproblem, das sich mit jedem Jahr weiter verstärkt.
Wenn KI auf persönliche Daten zugreift
Heute bitten Unternehmen um Einwilligung. Morgen benötigen KI-Agenten Zugriff.
Agentische KI beantwortet längst nicht mehr nur Fragen, sondern handelt im Namen der Nutzer:innen. Sie plant Termine, prüft Verträge, überwacht Konten und trifft Entscheidungen innerhalb der Anwendungen und Dienste, die Verbraucher:innen bereits täglich nutzen. Dadurch verändert sich die Bedeutung von Vertrauen grundlegend. Die Infrastruktur, über die KI-Assistenten auf externe Anwendungen zugreifen, entsteht bereits heute.
Für Unternehmen und Entwickler stellt sich deshalb dieselbe Frage: Schaffen Sie die notwendige Vertrauensbasis, bevor KI Zugriff erhält, oder erst danach?
Die Daten zeigen klar, wo Verbraucher:innen ihre Grenzen ziehen.
Vertrauen im internationalen Vergleich
Vertrauen ist nicht überall gleich. Sieben Märkte, sieben unterschiedliche wirtschaftliche Realitäten.
Die Einstellungen der Verbraucher:innen zu Datenschutz, KI und der Verantwortung von Unternehmen unterscheiden sich in den sieben von uns untersuchten Märkten deutlich. Entsprechend unterschiedlich fallen auch die geschäftlichen Chancen aus. Der lokale Kontext ist dabei kein Detail, sondern entscheidend.
Von der Analyse zur Umsetzung
So starten Sie: Drei Reifestufen, fünf konkrete Schritte
Die Studienergebnisse zeigen, wo Unternehmen das Vertrauen ihrer Verbraucher:innen verlieren. Dieser Abschnitt zeigt Ihnen, wie Sie darauf reagieren können. Beginnen Sie mit der Analyse. Sie zeigt Ihnen, welcher Schritt des T.R.U.S.T.-Frameworks für Ihr Unternehmen aktuell den größten Mehrwert bietet.
Wo steht Ihr Unternehmen heute?
Das T.R.U.S.T.-Framework
Fünf Schritte in der richtigen Reihenfolge. Jeder Schritt baut auf dem vorherigen auf. Viele Unternehmen verlieren Zeit, weil sie einzelne Maßnahmen parallel umsetzen oder wichtige Grundlagen überspringen. Entscheidend ist die richtige Reihenfolge.
Translate — Den Consent-Moment verständlich gestalten
Beginnen Sie beim Consent-Banner. Formulieren Sie klar, verständlich und für die Menschen, die es lesen – nicht für die Rechtsabteilung. Solange der Consent-Moment selbst nicht überzeugt, greifen auch die weiteren Schritte dieses Frameworks nicht.
Remove — Alles entfernen, was freie Entscheidungen erschwert
Geben Sie den Optionen „Akzeptieren“, „Ablehnen“ und „Anpassen“ das gleiche Gewicht. Alle Einstellungen sollten mit höchstens zwei Klicks erreichbar sein. Dark Patterns sorgen für Opt-ins, nicht für echte Einwilligungen.
Unify — Ein konsistentes Consent-Erlebnis schaffen
Consent-Banner, Präferenzzentrum, DSAR-Prozess und KI-Hinweise sollten sich wie Teile derselben Marke anfühlen und dieselbe Botschaft vermitteln. Inkonsistenzen vermitteln den Eindruck, Datenschutz sei nur nachträglich ergänzt worden.
Secure — Governance auf KI und Datenflüsse ausweiten
Verschaffen Sie sich einen Überblick darüber, wohin Consent-Signale fließen. Stellen Sie sicher, dass KI-Systeme nicht unkontrolliert zu neuen Datenverarbeitern werden. Governance sollte bereits vor der Einführung neuer Technologien etabliert sein, nicht erst danach.
Track — Vertrauen als Erfolgskennzahl messen
Die Opt-in-Rate allein reicht nicht aus. Entscheidend sind Kennzahlen wie Kundenbindung, Abwanderung, Beschwerden oder DSAR-Anfragen. Datenschutzkonforme Daten sind ein entscheidender Faktor für den Geschäftserfolg.
Wo steht Ihre Consent-Strategie?
Finden Sie heraus, wie gut Ihre Consent-Strategie wirklich aufgestellt ist.
Über die Studie
State of Digital Trust 2026 ist die zweite jährliche Studie von Usercentrics und wurde von Sapio Research durchgeführt. Für die Studie wurden 11.000 Verbraucher:innen in sieben Märkten befragt. Die Datenerhebung fand im März 2026 statt. Die Ergebnisse haben bei einem Konfidenzniveau von 95 % eine Fehlermarge von ±0,9 %. Schweden wurde 2026 erstmals in die Studie aufgenommen. Daher beziehen sich Jahresvergleiche ausschließlich auf die übrigen Märkte.
Haftungsausschluss
Der State of Digital Trust Report dient ausschließlich allgemeinen Informations- und Forschungszwecken. Er stellt keine Rechts-, Compliance-, Regulierungs- oder sonstige professionelle Beratung dar. Alle enthaltenen Einschätzungen, Prognosen und Aussagen basieren auf den Ergebnissen der Verbraucherforschung zum Zeitpunkt der Veröffentlichung. Sie sind weder Zusicherungen noch Garantien für wirtschaftliche, regulatorische oder sonstige Entwicklungen.
Die Inhalte dieses Reports ersetzen keine unabhängige fachliche Beratung. Soweit gesetzlich zulässig, übernimmt Usercentrics keine Haftung für Verluste, Schäden oder sonstige Nachteile, die unmittelbar oder mittelbar aus Handlungen oder Unterlassungen entstehen, die auf den Inhalten dieses Reports beruhen.